Montag, 6. Juni 2016

Von der oft unterschätzten Gefahr der schön anzusehenden Sommerfelder und deren Grannen

Am Freitagabend bekam ich eine schreckliche Geschichte einer Freundin aus der Hundeschule zu lesen, welche mir im ersten Moment einen eiskalten Schauer über den Rücken jagte. Zum Ende der zum Glück noch einmal gut ausgegangenen Geschichte, stand die Bitte, dass ich einen Artikel über Grannen und deren oftmals unterschätzten Gefahr auf That´s Chilli verfassen soll und nach kurzem hin und her überlegen, haben wir gleich eine Lesergeschichte daraus gemacht. Aber lest selbst...





Das bin Ich. Tammy. Ich habe genauso eine große Afinität zu Hunden und zur Fotografie wie Julia. Das neben mir rechts ist mein Hund Arany. Ein Rumänen Mix den ich mit 4 Monaten bekam uns nun schon seit dem 06. Februar vergangenen Jahres habe. Ich nehme ihn gern als Motiv zum Fotografieren und so beschloss ich auch diesen Tag ihn mit zu nehmen als ich mit einer Freundin zusammen gehen wollte. Und das ist unser tragisches Erlebniss im Feld vom 03.06.2016...


Tammy mit ihrem kleinen Wirbelwind Arany [rechts]


Ich sieg also aus dem Auto, die warme Dämse aus dem Auto verflog und ein kühler Luftzug machte sich breit. Ich leinte Arany ab damit er sich erleichtern und etwas austoben kann. Er lief sogleich los und schnüffelte am Wegesrand. Cynthia, meine Freundin, stieg sogleich aus und schnappte sich wie ich ihre Kamera ebenfalls vom Rücksitz. Sie schloss das Auto ab und wir liefen Richtung Feld. Ich erkannte schon, dass es ein Gersten Feld war und mir fielen gleich alle Gefahren, welche die Grannen der Gerste verursachen können, ein. Jedoch interessiert Arany sich weder für das Feld noch für die Kühe die auf der gegenüberliegenden Weide lagen und grasten. Wir liefen ein wenig den kleinen Berg hinauf und fanden unsere perfekte Stelle zum Fotografieren. Cynthia wollte ein Bild von sich aus dem Feld, somit raf ich Arany ran und leinte ihn an damit er nicht in das Feld rennt. Ich wusste die Gefahen welche von Grannen ausgingen und legte deswegen Arany vor dem Feld ab. Natürlich fand er es viel spannender was ich da im Feld mache und kam zu mir. Ich brachte ihn immer zurück, jedoch wollte er absolut nicht bleiben und auch ich wollte meine Freundin nicht warten lassen. Also kam er dann zu mir gerannt und setzte sich auf meine Beine, obwohl ich derzeit in der Hocke verweilte. Gut dachte ich, leinte ihn wieder ab und solange er nicht an irgendwelchen Gersten rum nagt oder sonstiges, ist alles gut. Ich schoss die Bilder von Cynthia und auch Arany hatte sein Spaß im platt getretenen Feld. Als wir aus dem Feld traten nahm ich Arany gleich mit hinaus und schickte ihn auf den Grasstreifen. Als ich jedoch seine Leine holen wollte sah ich schon was geschehen war... Er katschte auf der Gerste mit all ihren Grannen herum, jedoch wusste ich, wenn ich ihm jetzt die Grannen aus dem Mund nehme, verstärkt sich sein Verlangen auf das "Verbotene". Also nahm ich mir einige Bestecherlies und lenkte ihn somit um. Ich sammelte vorsichtig alle restlichen Granne aus seinem Mund und dachte es wäre damit erledigt, ließ ihn jedoch sicherheitshalber an der Leine. Kurz darauf fing Arany jedoch an zu husten. Stark zu husten. Dann war es etwas besser, kurz danach wieder schlimmer. Als wir am Feld vorbei waren leinte ich ihn ab damit er weiter laufen kann. Jedoch hustete er immer stärker und stieß einige Male sehr heftig Luft aus und zog sie wieder ein. Es schien fast wie eine Schnappatmung. Langsam machte ich mir Sorgen, dachte jedoch noch nicht an das was wirklich war...

Tammy war sich der Gefahr der Grannen bewusst und trotzdem kann es manchmal verdammt schnell gehen... Was in unseren Augen wunderschön aussieht und uns in den Sommermonaten schon am frühen Morgen entgegenstrahlt, stellt für unsere Fellnasen eine große Gefahr da!!


Es wurde immer schlimmer, dann aufeinmal atmete er wieder normal, darauf jedoch wurde es wieder schlimmer. Er trank einige Male etwas und versuchte zu erbrechen, jedoch wurde es einfach nicht besser. Mit der Zeit wurde ich wiklich unruhig und hatte Angst, dass er mir erstickt und das war dann der Punkt, an dem ich den Entschluss fasste JETZT zum Tierarzt und zwar SOFORT, denn Arany hatt wahrscheinlich GRANNEN, welche sich im HALS VERHARCKT haben. Ich schilderte meiner Freundin meine Bedenken und sie war auch sofort meiner Meinung. Ich fragte Cynthia ob sie mich schnell zum Tierarzt fahen kann, welches sie selbstverständlich tat. Auf der Autofahrt ging es wieder, kurz vor der Praxis jedoch wurde es wieder schlimm. Ich sprang aus dem Auto und trug Arany in die Praxis. Ich erzählte der Tierazthelferin an der Anmeldung was geschehen ist. Als wir in das Behandlungszimmer kamen begrüßte uns Frau Naumann herzlich und schaute sich sofort Arany an. Im Rachen konnte sie jedoch keine fest sitzenden Grannen erkennen. Jedoch wollte sie auch nicht mit dem Endoskop nach schauen, weil sie befürchtete auf eine Schwellung zu treffen. Daraufhin überprüfte sie seine Temperatur, welche bei 39,3°C lag. Sie sagte, dass er entweder eine Allergische Reaktion hat, welche ich jedoch eher ausschloss da wir wie gesagt diese Wiese und dieses Feld kannten und ich bisher nichts feststellen konnte, jedoch weiß man ja nie.. Oder seine Temperatur durch seine Aufregung so hoch sei. Zum Glück konnte sie fest sitzende Grannen in der Luftröhre auschließen da dafür seine Reaktionen mit den eigentlichen Symptomen nicht über einstimmten. Jedoch sagte sie auch, dass es das Schlimmste sei, wenn die Gräser bis in die Lunge gelangten, was ich die ganze Zeit selbstverständlich nicht hoffte. Sie tippte auf eine Reizung und eine Schwellung und somit spritzte sie ihm etwas damit die Schwellung zurück geht. Sie sagte mir ich soll ihn ruhig halten und dass er viel trinken soll, sie mich mit Arany jedoch morgen noch einmal sehen möchte, um sicherheitshalber mit dem Endoskop noch einmal nach zu schauen.
Arany und mir geht es nun den Umständen entsprechend. Er hustete vorhin zum Glück eine Granne noch aus, zeigte jedoch keine weiteren Anzeichen. Er schläft schon seitdem wir zurück sind und ist ziemlich fertig und hustet nur noch sehr selten.
Auch möchte ich noch erwähnen, dass vom Fressen der Grannen bis zum Entschluss zum Tierarzt zu fahren, nur knappe 15 Minuten lagen.

Bitte liebe Leute, achtet auf eure Hunde. Ich kannte die Gefahren und auch die Symptome und hatte auch Arany immer im Blick, jedoch kann man manchmal garnicht schnell genug gucken und schon ist es geschehen.
Die Gefahren der Grannen belaufen sich nicht nur auf das Verschlucken, sie können sich überall hinein bohren und den Körper durchwandern, wenn sie erst einmal im Gewebe sind. Besonders betroffen sind die Hautzonen zwischen den Ballen, die Hautfalte an der die Kralle austritt, die Nase, die Augen, die Ohren und eben die Mundschleimhaut, bis hin zu Luftröhre. Durch die Nase können ebenfalls auch einzelne Grannen oder Gräser in die Lunge gelangen.
Ich hatte wirklich Angst und bin jetzt sehr froh, dass wir noch relativ klimpflich davon gekommen sind. Wir drehten dort schon so lange unsere Runden, auch schon letztes Jahr und wir hatten noch nie so einen Vorfall das Arany so etwas fraß. Er wollte auch danach weiter fressen, weil er vielleicht dachte es sei normales Gras, um zu erbrechen weil es ihm im Hals kratzt.

Wir sind sehr froh, dass Arany all seine Schutzengel bei sich hatte und ich hoffentlich noch viele weitere solcher Spiel- Spaß- und Tobemomente während der Hundeschule von ihm einfangen darf.

Bitte liebe Leute, ich schreibe diese Zeilen nicht aus Spaß, bitte passt auf eure Hunde auf, doch manchmal geht es einfach zu schnell wie bei Arany, dann zählt einfach nur noch Glück, denn es hätte ganz anders ausgehen können.

Liebe Grüße
Arany und Tammy


Vielen Dank liebe Tammy, dass du diese Geschichte mit uns geteilt hast. Wir sind sehr glücklich, dass sie noch einmal so gut ausgegangen ist und hoffen wir können somit noch den ein oder anderen Hundehalter darauf aufmerksam machen, welch große Gefahr die Grannen für unsere Hunde darstellen! Fühl dich lieb umarmt und knutsch Arany fest von uns, bis wir ihn beim nächsten gemeinsamen Hundeschulenbesuch wieder sehen. ;-)
Jule & Chilli